Warum ein IT-Bebauungsplan im EAM unverzichtbar ist
Ein IT-Bebauungsplan ist im Kontext von Enterprise Architecture Management kein hübsches Schaubild der IT-Landschaft. Er ist ein zentrales Architekturartefakt, mit dem die Enterprise Architecture sichtbar, vergleichbar und steuerbar wird. Während Enterprise Architecture beschreibt, aus welchen Bausteinen ein Unternehmen besteht und wie diese zusammenwirken, sorgt EAM dafür, dass diese Architektur gepflegt, bewertet und zielgerichtet weiterentwickelt wird. Der Bebauungsplan ist dabei die gemeinsame Sicht für Management, Fachbereiche, IT, Security, Betrieb und Projektportfolio.
Viele Unternehmen haben Anwendungslisten, Lizenzübersichten oder CMDB-Daten. Diese Informationen sind wichtig, reichen aber nicht aus. Für Architekturentscheidungen muss sichtbar sein, welche Anwendung welche Business Capability unterstützt, welche Informationsobjekte verarbeitet werden, welche Schnittstellen bestehen, welche Technologien verwendet werden, welche Risiken vorliegen und wie sich die Landschaft in Richtung Zielarchitektur entwickeln soll. Genau diese Zusammenhänge macht ein Bebauungsplan sichtbar.
Der Begriff Bebauungsplan ist bewusst gewählt: Wie in der Stadtplanung geht es nicht nur um einzelne Gebäude, sondern um Nutzung, Zonen, Abhängigkeiten, Entwicklungsflächen, Standards und Veränderung über Zeit. Auf die IT übertragen bedeutet das: Anwendungen werden nicht isoliert betrachtet, sondern als Teil einer Unternehmensarchitektur.